Glashütten, Handwerksorte und Museumsdörfer als Etappenziele

Die Ortsnamen verraten die Wirtschaftsgeschichte der Region, und für die Tourenplanung ist das erstaunlich nützlich. Überall dort, wo -hütte im Namen steht, stand einmal eine Glashütte; wo -reut oder -ried auftaucht, wurde Wald gerodet. Diese Orte liegen fast nie an den Hauptachsen, sondern dort, wo früher Holz, Quarzsand und Wasserkraft zusammenkamen — also mitten in den Seitentälern. Wer sie als Zwischenziele auf die Karte setzt, bekommt automatisch eine Route über die kleinen Verbindungsstraßen statt über die Durchgangsrouten.
Das Handwerk lebt an einigen dieser Stellen bis heute weiter. In Theresienthal bei Zwiesel arbeitet eine Manufaktur in einer Anlage aus dem 19. Jahrhundert; in Arnbruck ist um die Glasproduktion ein ganzes Besuchsgelände entstanden; Orte wie Riedlhütte und Spiegelau tragen die Hüttengeschichte im Namen und in der Ortsstruktur. Für eine Fahrpause ist das die angenehmere Variante gegenüber dem Parkplatz an der Bundesstraße: kurze Wege, Schatten, meist ein Gasthaus in Sichtweite.
Museumsdörfer
Zwei Freilichtanlagen zeigen, wie im Wald vor der Industrialisierung gebaut und gelebt wurde. Das Museumsdorf Bayerischer Wald bei Tittling versammelt eine große Zahl historischer Waldlerhäuser, Mühlen und Nebengebäude auf einem weitläufigen Gelände am Rand des Vorderen Waldes — es liegt günstig zwischen Donau und Wald und lässt sich gut als Mittagsstopp einbauen. Das Freilichtmuseum Finsterau liegt dagegen ganz oben am Nationalparkrand, in einer der höchstgelegenen Siedlungen der Region, und zeigt die härtere Variante desselben Bauernlebens. Beide sind auch dann sinnvoll, wenn das Wetter in den Hochlagen zumacht, weil sich der Besuch über Stunden ziehen kann und die Anfahrt ohnehin über gute Strecken führt.