Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| Lusenstraße und Böhmstraße im Nationalpark Bayerischer Wald (Zufahrt Waldhausreibe am Fuß des Lusen) | Die Nationalparkverwaltung lässt den Privatverkehr in der Igelbus-Saison, in der Regel 15. Mai bis 31. Oktober, nur vor 9 Uhr und nach 16 Uhr durch; dazwischen fahren Shuttlebusse. Außerhalb der Saison ist der Abschnitt komplett gesperrt, unter anderem wegen wiederkehrender Eisglätte. Verstöße gibt die Verwaltung an die Polizei ab. | 15. Mai–31. Okt. nur vor 9 und nach 16 Uhr, sonst gesperrt |
| Grenzübergänge nach Tschechien zwischen Bayerisch Eisenstein und Philippsreut | Im Nationalpark-FerienLand ist Philippsreut – Strážný an der B 12 der einzige ganzjährig für Kraftfahrzeuge geöffnete Übergang. Alle weiteren Übergänge – Bischofsreut – České Žleby, Haidmühle – Stožec, Finsterau – Bučina, Ferdinandsthal – Debrník, Scheuereck – Prášily und weitere – sind Fußgänger- und Radfahrerübergänge und für Motorräder nicht nutzbar. | dauerhaft |
| Grenzübergänge Hirschbachschwelle – Poledník und Hochschachten/Schützenpass | Diese beiden Übergänge im Nationalpark sind nur vom 15. Juli bis 15. November geöffnet und ausschließlich für Fußgänger; der Übergang Dreisessel – Nové Údolí hat feste Tageszeiten (1. April–30. September 6–22 Uhr, 1. Oktober–31. März 8–18 Uhr). | 15. Juli bis 15. November |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Streckenzustand auf B11, B85 und den Höhenstraßen am Arber
Der Bayerische Wald ist ein Kurvenrevier mit eigenem Charakter: weite, gut ausgebaute Höhenstraßen, dazwischen enge Forst- und Nebenstrecken, und über allem ein Wetter, das in den Hochlagen schnell umschlagen kann. Wer die Region zum ersten Mal befährt, sollte sich auf einen anderen Rhythmus als in den Alpen einstellen — weniger spektakuläre Serpentinen, dafür lange, fließende Bögen durch Wald und über Hochflächen, oft mit deutlich ruhigerem Verkehr.

Die Hauptachsen sind schnell benannt. Die B11 führt von Deggendorf über Regen und Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein an die tschechische Grenze und ist die zentrale Nord-Süd-Spange durch den mittleren Bayerwald. Die B85, auf weiten Abschnitten als Bayerische Ostmarkstraße bezeichnet, verbindet den Raum Cham über Viechtach und Regen Richtung Passau und zählt zu den ergiebigsten Kurvenstrecken der Region. Die B533 ergänzt das Netz im Raum Grafenau/Freyung in Richtung Passau. Rund um den Großen Arber und den Großen Arbersee bündeln sich die schönsten Höhenstrecken — hier trifft man an schönen Wochenenden auf entsprechend viele Gleichgesinnte, der Arbersee ist ein klassischer Bikertreff.
Worauf man achten sollte:
- Höhenwetter und Fahrbahn: In den Lagen um Arber, Rachel und Lusen kann es auch im Sommer kühl, feucht und neblig sein. Nasses Laub, feuchte Schattenpartien unter dichtem Wald und kühle Asphaltflächen verlängern den Bremsweg spürbar — besonders morgens und nach Regen.
- Frostschäden und Belag: Nebenstrecken und kleinere Höhenstraßen tragen nach jedem Winter Spuren. Auf wenig befahrenen Routen ist mit Schlaglöchern, Belagsflicken und Splitt nach Frostperioden zu rechnen. Vorausschauend fahren statt blind in die Kurve hängen.
- Wild und langsamer Verkehr: Wald bedeutet Wildwechsel, dazu land- und forstwirtschaftlicher Verkehr auf Nebenstraßen. In der Dämmerung erhöhte Vorsicht.
- Grenzregion Tschechien: Übergänge wie Bayerisch Eisenstein oder Philippsreut/Strážný sind offen befahrbar. Für die Einreise nach Tschechien gehört ein gültiger Personalausweis ins Gepäck. Auf tschechischer Seite gelten eigene Verkehrsregeln, darunter Lichtpflicht sowie abweichende Promille- und Tempogrenzen.
Zum Thema Lärm und Tempo: Der Bayerwald ist eine sensible Naturlandschaft mit Nationalpark, viel Wandertourismus und Wohnorten direkt an den Durchgangsstraßen. Defensives, leises Fahren ist hier nicht nur Höflichkeit, sondern auch im eigenen Interesse — die Akzeptanz von Motorradtourismus steht und fällt mit dem Auftreten der Fahrer. Kontrolliert wird wie überall, vor allem an Wochenenden und an den bekannten Treffpunkten.
Streckensperrungen im Nationalpark: die harte Planungsgrenze
Der Nationalpark ist für Motorradfahrer kein Ziel, sondern eine Barriere — und zwar eine, die man beim Kartenlesen leicht übersieht. Durch die Kernzone führt keine öffentliche Fahrstraße. Die Forstwege im Park sind für den öffentlichen Verkehr gesperrt, und was auf mancher Karte wie eine Verbindung aussieht, endet in Wirklichkeit an einem Besucherparkplatz an der Parkgrenze. Die Straßen von der bayerischen Seite herein sind fast durchweg Stichstraßen: Man fährt hinein, stellt das Motorrad ab und geht zu Fuß weiter — oder man kehrt um.
Praktisch heißt das: Die Tagesrunde wird zum Bogen. Wer von der Regen-Seite auf die Freyunger Seite will, umfährt den Park entweder außen über die Vorlandorte oder er nimmt den weiten Umweg über tschechisches Gebiet. Beide Varianten kosten deutlich mehr Kilometer, als die Luftlinie erwarten lässt, und genau daran scheitern viele auf gut Glück zusammengeklickte Routen. Wer die Sperre von vornherein einplant, gewinnt: Die Straßen, die den Park außen umschließen, gehören zu den ruhigsten und gleichmäßigsten der Region, weil sie kaum Durchgangsverkehr tragen.
Zwei weitere Punkte gehören zur Planung. Erstens gibt es innerhalb des Parkgebiets weder Tankstellen noch nennenswerte Versorgung — vollgetankt hineinfahren ist Pflicht, sonst kommt der Reservekilometer ausgerechnet dort, wo nichts ist. Zweitens bündelt sich der gesamte Besucherverkehr an den wenigen Zufahrten und Parkplätzen. An schönen Wochenenden sind die Zufahrtsstraßen zu den Besucherzentren voll, während zehn Kilometer weiter kaum ein Fahrzeug unterwegs ist. Auf tschechischer Seite gilt dasselbe Prinzip: Auch dort sind Straßen in den Schutzzonen für den öffentlichen Verkehr gesperrt, sodass sich der Grenzkamm über eine große Strecke schlicht nicht queren lässt.