motorradbayerischerwald.de
Start Sehenswürdigkeiten

Bayerischer Wald

Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Sehenswert

Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald: Arber, Nationalpark und Pfahl

Der Bayerische Wald lässt sich gut als Mischung aus Fahren und Sehen planen — die meisten Highlights liegen direkt an oder kurz neben den schönen Strecken.

Großer Arber und Großer Arbersee

Der Große Arber ist mit 1.456 Metern der höchste Berg des Bayerischen Waldes und trägt nicht umsonst den Beinamen „König des Bayerischen Waldes". Wer nicht selbst hinaufwandern will, nimmt im Sommer die moderne Sechser-Gondelbahn — die Bergbahn bringt Besucher in der Saison täglich (etwa zwischen 09:00 und 16:30 Uhr) Richtung Gipfelbereich. Unterhalb liegt der Große Arbersee auf rund 935 Metern, eingebettet in ein Bergkar und vom Arber überragt. Der See ist über die B11 bzw. die Arberseestraße gut erreichbar, ein Rundweg führt am Ufer entlang. Parkplätze gibt es am Seezugang; in der Hauptsaison füllen sie sich an schönen Tagen früh.

Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark ist das Herzstück der Region. Für einen Stopp eignet sich besonders das Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau mit zwei Hauptattraktionen: dem Baumwipfelpfad und dem Tier-Freigelände. Der Baumwipfelpfad ist rund 1.300 Meter lang und führt in luftiger Höhe (etwa 8 bis 25 Meter) durch die Baumkronen; Höhepunkt ist der eiförmige Baumturm mit 44 Metern Höhe und einer spiralförmigen Aufgangsrampe. Das angeschlossene Tier-Freigelände erstreckt sich über rund 200 Hektar mit großzügigen Gehegen; auf einem etwa 7 Kilometer langen Rundweg lassen sich heimische Arten wie Luchs, Braunbär, Wildkatze und Fischotter beobachten. Geparkt wird auf den ausgeschilderten Besucherparkplätzen am Nationalparkzentrum (P1 am Tier-Freigelände, P2 am Hans-Eisenmann-Haus direkt am Baumwipfelpfad).

Dreisessel und Pfahl

Am südöstlichen Rand markiert der Dreisessel (rund 1.312 Meter, benachbart der Hochstein mit etwa 1.332 Metern) das Dreiländereck Deutschland–Österreich–Tschechien — eine markante Granitformation, erreichbar über die Strecken um Haidmühle und Neureichenau. Geologisch spektakulär ist der Pfahl bei Viechtach, ein weißes Quarzriff direkt an der B85; ein Parkplatz am „Großen Pfahl" macht den kurzen Abstecher zu Fuß leicht.

Kultur & Sagen

Sagen vom Arbersee, Waldgeister & der Dreisessel

Der Bayerische Wald ist altes Sagenland. In den langen Wintern wurden die Geschichten von Geistern, verwunschenen Seen und streitenden Königen am Ofen weitererzählt — und sie hängen bis heute an den Orten, die man auf der Tour ohnehin ansteuert.

Der Große Arbersee

Um den dunklen Bergsee ranken sich gleich mehrere Überlieferungen. Der Sage nach soll der Große Arbersee aus den Tränen eines verwünschten Mädchens entstanden sein, das tief im Wald lebte und an unerfüllter Liebe litt — die Tränen sollen das Tal gefüllt haben, in dem heute der See liegt. Eine andere Erzählung handelt von Loisl, einem Bergknappen aus Bodenmais, der gegen den Rat eines erfahrenen Kameraden goldene Fische aus dem Arbersee fangen wollte und dabei ertrank. Und auf dem Seegrund soll ein verborgener Schatz ruhen, den der See gut hütet.

Waldgeister und der Dreisessel

Vom Wald selbst erzählen viele Geschichten — von Hexen, Riesen und Waldgeistern, die in den einsamen Hochlagen ihr Unwesen treiben sollen. Am Dreisessel verbindet sich die Sage mit der Landschaft: Der Sage nach sollen sich einst die Könige dreier Länder auf den drei sesselartigen Granitfelsen niedergelassen und über den Verlauf ihrer Grenzen gestritten haben. Der Dichter Adalbert Stifter hat dieses Motiv in seiner Erzählung „Der Hochwald" aufgegriffen — seither trägt der Ort neben der Sage auch eine literarische Spur.

Solche Geschichten sind kein historischer Beleg, sondern Volksüberlieferung — aber sie geben den Stopps am Arbersee oder am Dreisessel eine zusätzliche Tiefe, wenn man weiß, was hier erzählt wurde.

Sehenswert

Glas & Geschichte: lohnende Stopps für Regentage

Wenn aus den Höhenlagen Nebel und Regen herabziehen, hat der Bayerwald eine Stärke, die viele andere Motorradregionen nicht bieten: eine dichte Kette überdachter, kulturhistorischer Ziele. Glas und Bergbau prägen die Region seit Jahrhunderten — und beides lässt sich trocken erleben.

Die Glasregion

Die Glasstraße ist eine rund 250 Kilometer lange Ferienstraße, die von Waldsassen im Norden bis nach Passau im Süden durch Oberpfälzer und Bayerischen Wald führt. Das Glashandwerk hat hier eine über 700-jährige Tradition. Zentrale Stopps:

  • Glasmuseum Frauenau: Das staatliche Museum spannt den Bogen von den Ursprüngen der Glasherstellung bis zur modernen Glaskunst. Geöffnet ist in der Regel Dienstag bis Sonntag (sowie an Feiertagen) von etwa 9 bis 17 Uhr, montags geschlossen.
  • JOSKA in Bodenmais: In der Waldglashütte wird täglich Glas verarbeitet; bei der Schauproduktion kann man Glasmachern bei der Arbeit über die Schulter sehen. Ideal als überdachter Stopp mitten in der Tour.
  • Zwiesel: Die Glasstadt zeigt unter anderem eine riesige Kristallglaspyramide, die aus zehntausenden gestapelten Gläsern besteht — ein beliebtes Fotomotiv bei jedem Wetter.
  • Glasmuseum Passau: Am südlichen Ende der Glasstraße beherbergt Passau eine der weltweit größten Glassammlungen — der passende Schlusspunkt einer Glas-Runde.

Bergbau und Granit

Über das Glas hinaus erzählt der Bayerwald von Bergbau und Stein. Im Historischen Besucherbergwerk Silberberg bei Bodenmais wurden über Jahrhunderte Erze abgebaut; der Bergbau reicht weit zurück und endete erst in den 1960er-Jahren. Heute lässt sich ein Teil des weit verzweigten Stollensystems besichtigen — bei einer geführten Tour durch den rund 600 Meter langen Barbarastollen (etwa 45 Minuten). Im Berg sind zahlreiche Mineralien dokumentiert, das Gangsystem umfasst insgesamt mehrere Kilometer. Granit prägt zudem die gesamte Geologie der Mittelgebirgslandschaft — vom Pfahl bei Viechtach bis zu den Felsformationen am Dreisessel. Solche Ziele liegen überdacht oder unter Tage und tragen einen Tag, an dem das Wetter eine Fahrpause erzwingt.

Sehenswert

Nationalpark, Arber & wilde Natur: Stopps am Wegrand

Motorrad auf einer Landstraße, im Vordergrund eine rote Mohnblüte
Sommerliche Landstraße im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald ist eine der größten zusammenhängenden Waldlandschaften Mitteleuropas — und der Nationalpark folgt konsequent dem Leitbild „Natur Natur sein lassen". Wer hier anhält, sieht Naturentwicklung, wie sie in Deutschland selten geworden ist.

  • Blick vom Arbergipfel: Bei klarer Sicht reicht er über die gesamte Mittelgebirgslandschaft bis weit nach Böhmen hinein – der einzige Punkt der Region, an dem man das Revier als Ganzes überblickt.
  • Großer Arbersee und Kleiner Arbersee: Beide eiszeitlichen Karseen sind für ihre schwimmenden Inseln bekannt — Torfmoor-Polster, die über Jahrtausende auf der Wasserfläche zusammengewachsen sind und ein bis drei Meter dick sein können. Das Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Arberseewand" zählt zu den ältesten Schutzgebieten Bayerns (ausgewiesen bereits 1939).
  • Großer Rachel (1.453 m) und Lusen: Im Kernbereich des Nationalparks lässt sich beobachten, wie unter abgestorbenen Fichten — Folge der Borkenkäfer-Dynamik — ein neuer, naturnaher Bergmischwald nachwächst. Diese Urwald-Entwicklung ist ein Markenzeichen des Parks.
  • Pausenplätze: Am Arbersee, an den Nationalpark-Parkplätzen und entlang der Glasstraße finden sich Einkehrmöglichkeiten und Rastplätze. Tankstellen sind in den kleineren Orten dünn gesät — rechtzeitig nachtanken.

Donaurand und Passau als Gegenprogramm

Der Kontrast zum Wald liegt eine Viertelstunde entfernt. Zwischen Deggendorf und Passau zieht sich der Donaurand als eigenes, völlig anderes Fahrrevier: breite Talstraßen am Wasser, sanfte Kurven, warme Luft und eine Kette barocker Bauten, wie sie im Wald oben nicht vorkommt. Die Klosteranlagen und Barockkirchen entlang des Flusses — Metten, Niederaltaich, Osterhofen — stammen aus einer Zeit, in der die Donau der wirtschaftliche Hauptstrang war und der Wald dahinter als unwegsames Hinterland galt. Diese Zweiteilung ist bis heute im Landschaftsbild ablesbar.

Motorrad in einer Kurve auf einer Straße durch dichten Nadelwald
Kurve im Waldabschnitt

Östlich von Passau wird es fahrerisch am reizvollsten: Die Straße folgt der Donau flussabwärts unter den steilen, südexponierten Hängen der Donauleiten hindurch, eng an den Fels gebaut, mit ständigem Wechsel aus Kurve und Blick aufs Wasser. Es ist einer der wärmsten Landstriche Ostbayerns, und wenn oben am Kamm noch Nebel hängt, ist es hier unten oft längst trocken. Nach Norden führt umgekehrt das Tal der Ilz zurück in den Wald hinein — schmal, schattig und kühl, ein Übergang zwischen beiden Welten auf wenigen Kilometern.

Passau selbst ist mit dem Motorrad ein zwiespältiges Vergnügen. Die Altstadt auf der schmalen Landzunge zwischen den Flüssen ist eng, verwinkelt und von Einbahnregelungen durchzogen; Parken direkt am Zusammenfluss ist in der Saison mühsam. Wer den Stopp einplant, stellt das Motorrad besser am Rand der Altstadt oder oben an der Burganlage über dem Fluss ab und geht die letzten Meter zu Fuß. Der Blick von oben auf das Zusammentreffen der drei Flüsse ist die Umstellung wert.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Großer Arber

Mit 1456 Metern der höchste Berg des Bayerischen Waldes, der "König des Bayerischen Waldes". Vom Gipfel reicht der Rundblick über den Böhmerwald, bei Fernsicht bis zum Alpenkamm.

Anfahrt
B11 bis Bayerisch Eisenstein, dann Bergstraße Richtung Bodenmais zur Talstation der Arber-Bergbahn am Brennes (1050 m).
Motorrad-Parken
Großer Parkplatz an der Talstation Brennes, Motorräder direkt am Kassenbereich; auf den Gipfel per Gondelbahn oder zu Fuß.
Öffnungszeiten
Gipfel frei zugänglich; Arber-Bergbahn im Sommer- und Winterbetrieb, mit Revisionspausen im Frühjahr/Herbst
Höhe/Aussicht
1456 m Gipfel, Bergstation der Gondel 1400 m
Der Große Arbersee mit dem bewaldeten Ufer und dem Arberseehaus

Großer Arbersee

Eiszeitlicher Karsee auf 935 Metern unter der steilen Seewand des Arber, mit schwimmenden Torfinseln (Schwingrasen). Klassischer Foto-Stopp am Straßenrand, das Arberseehaus liegt direkt am Ufer.

Anfahrt
Die Staatsstraße zwischen Bodenmais und Bayerisch Eisenstein führt unmittelbar am See vorbei; kurze Zufahrt zum Ufer.
Motorrad-Parken
Bewirtschafteter Parkplatz am Seeufer beim Arberseehaus, Motorrad-Stellplätze am Zugang.
Öffnungszeiten
frei zugänglich
Höhe/Aussicht
935 m

Dreisessel

Granitgipfel (1333 m) mit bizarren, von Wollsackverwitterung geformten Felstürmen. Nur wenige Kilometer entfernt treffen sich Deutschland, Österreich und Tschechien; weiter Blick über den südlichen Bayerischen Wald.

Anfahrt
Über die öffentliche Dreisesselstraße bis zum Dreisesselhaus (1312 m); Auffahrt aus dem Raum Neureichenau im Landkreis Freyung-Grafenau.
Motorrad-Parken
Parkplatz am Dreisesselhaus, Motorräder am Berggasthof; kurzer Fußweg zu den Felsen.
Öffnungszeiten
frei zugänglich
Höhe/Aussicht
1333 m Gipfel (Hochstein), Straße bis 1312 m

Baumwipfelpfad Bayerischer Wald

1300 Meter langer Steg durch die Baumkronen mit einem 44 Meter hohen, eiförmigen Aussichtsturm über dem Bergmischwald. Die Rampe ist barrierearm bis fast ganz nach oben begehbar.

Anfahrt
Bei Neuschönau am Nationalparkzentrum Lusen; Anfahrt über Grafenau bzw. von der B85 ab Schönberg.
Motorrad-Parken
Große Parkplätze am Nationalparkzentrum Lusen (Tierfreigelände), Motorrad-Stellplätze am Eingang.
Öffnungszeiten
ganzjährig geöffnet außer an Wartungstagen und am 24. Dezember; Saisonzeiten variieren
Höhe/Aussicht
Turm 44 m hoch, Pfad in 8 bis 25 m Höhe über dem Waldboden

Großer Pfahl bei Viechtach

Weiße Quarzriff-Wand, die bis zu 30 Meter aus dem Wald ragt — der markanteste Aufschluss des rund 150 Kilometer langen Pfahls und ein Nationales Geotop. Kurzer Rundweg mit Aussicht über das Viechtacher Land.

Anfahrt
Am Ortsrand von Viechtach an der B85; ausgeschilderter Wander- und Geotop-Parkplatz.
Motorrad-Parken
Wanderparkplatz am Großen Pfahl, Motorräder direkt am Einstieg zum Rundweg.
Öffnungszeiten
frei zugänglich
Höhe/Aussicht
Quarzwand bis zu 30 m hoch

Passt auch dazu

Motorradtouren

Strecken-Achsen, Bikertreffs & Tankstellen

Ansehen

Anreise

Beste Reisezeit, Wetter & Anfahrt

Ansehen

Werkstatt

Werkstätten, Reifendienst & Notruf

Ansehen

In der Nähe

Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk:

Motorrad Bayerische Alpen Motorrad Franken Motorrad Erzgebirge