Vorderer oder Hinterer Wald – wo Sie Ihr Quartier aufschlagen

Der Bayerische Wald zieht sich als breites Mittelgebirge zwischen Donau und tschechischer Grenze und lässt sich für die Quartierwahl grob in zwei Zonen teilen. Der Vordere Wald mit Orten wie Viechtach, Regen oder Sankt Englmar liegt tiefer, ist milder und von der Donau aus schnell erreicht – ein guter Einstieg, wenn Sie von Süden anreisen. Der Hintere Wald um Bodenmais, Zwiesel, Frauenau und Bayerisch Eisenstein rückt näher an den Großen Arber, den Nationalpark und die Grenzübergänge nach Tschechien heran. Wer die kurvigen Höhenstraßen und den Sprung über die Grenze sucht, hat von einem Quartier im Hinteren Wald die kürzeren Anfahrten. Bodenmais und Zwiesel sind gut ausgebaute Fremdenverkehrsorte mit dichtem Bettenangebot und kurzer Zufahrt zur Arber-Region, Grafenau eignet sich als ruhigerer Stützpunkt am Ostrand des Nationalparks. Ein Vorteil für die Übernachtung: Weil hier viele Häuser vom klassischen Wandertourismus leben, sind Zimmer außerhalb der Ferienspitzen meist gut verfügbar, und Sie können den Standort eng an Ihrer geplanten Fahrrichtung ausrichten, statt zu nehmen, was übrig bleibt.
Was den Bayerischen Wald als Quartierregion ausmacht

Der Bayerische Wald ist waldreich, dünn besiedelt und im bundesweiten Vergleich günstig – das Preisniveau für Übernachtung und Einkehr liegt spürbar unter dem vieler Alpenregionen. Die Gegend lebt von einer alten Glasmacher- und Wirtshaustradition: Entlang der Glasstraße reihen sich Manufakturen in Zwiesel und Frauenau, und die Dorfgasthöfe bieten deftige Küche zu fairen Preisen. Ein Hinweis zur Grenze: Für die Fahrt nach Tschechien brauchen Krafträder keine Autobahn-Vignette, denn die tschechische Vignettenpflicht gilt ausdrücklich nicht für Motorräder – der Grenzübertritt ist damit unkompliziert. Bedenken Sie die Höhenlage: In den Lagen um den Arber ist es kühler, Wetterumschwünge und Nebel kommen rascher als im Tal, und die Saison beginnt später als im Vorland. Ein Quartier mit Trockenraum und überdachtem Stellplatz ist hier deshalb mehr als reiner Komfort, sondern echte Planungsgröße – nach einem verregneten Nachmittag zählt am Abend jede Möglichkeit, Kleidung und Maschine trocken zu bekommen. Wer preisbewusst reist, findet im Bayerischen Wald zudem eher familiengeführte Gasthöfe als anonyme Ketten, was für den direkten Draht zum Wirt und flexible Absprachen spricht.
Ein Standort für alles – Basislager mit Böhmerwald-Option

Weil die Distanzen überschaubar bleiben, funktioniert die Region gut als Basislager. Ein zentraler Standort im Raum Bodenmais–Zwiesel–Regen reicht, um täglich neue Runden zu drehen, ohne das Quartier zu wechseln. Von hier erreichen Sie die Arber-Region, die Straßen rund um den Nationalpark und die ostbayerischen Höhenzüge in bequemen Tagesetappen. Besonders reizvoll ist der Grenzübertritt bei Bayerisch Eisenstein: Auf tschechischer Seite schließt der Böhmerwald an, mit ruhigen, oft leereren Straßen für einen Tagesausflug – die freie Bahn dort ist einer der Gründe, überhaupt hierher zu kommen. Suchen Sie sich ein Haus, das Frühstückszeiten und Abendküche auf Motorradfahrer einstellt und die Maschine sicher unterstellt. Ein fester Stützpunkt erspart das tägliche Ein- und Auspacken und macht selbst Schlechtwetter-Tage entspannter, denn Nationalpark, Glashütten und Ortschaften bieten genug Programm abseits des Sattels.

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